Montag, 05.02.2007
Time to say goodbye!!!!!
Liebe Leser!
ICH BIN UMGEZOGEN!
Hier meine neue Adresse:
www.bineimgelobtenland.wordpress.com
Dieser Blog hier wird von mir nicht mehr weitergeführt.
Liebe Grüße!
Ich hoffe wir lesen uns bald auf meinem neuen Blog.
Bine
Samstag, 03.02.2007
Es ist vollbracht!!!
Blogg.de nervt mich schon eine ganze Weile, weil ich es bis heute nicht geschafft habe, meine Bloggrollliste zu erweitern.
Sogar Ferndiagnosen vom Grenzgänger haben mir bei meinem Problem leider nicht weitergeholfen.
So ist es monatelang bei einem einzigen traurigen kleinen Bloggroll geblieben...seufz...ich hasse Computer!!!
Warum ist das immer so kompliziert geschrieben? Eigentlich ist es ganz ganz einfach, mehr Bloggrolls hinzuzufügen. Nachdem ich wieder mal meine ganze Geduld zusammengefasst habe und seit zwei Stunden rumlösche, um dann wenige Minuten wieder hinzuzufügen, waren da plötzlich lauter Bloggrolls da.
Ich hatte keine Ahnung, dass das so simpel ist. Joooooooo, man (frau?) ist am Ende immer schlauer.
Dass das bei mir allerdings etwas länger gedauert hat, wundert mich gaaaaaaaaaaaar nicht. Ich hab einfach gar keine Lust, mich in die Computerwelt zu vertiefen. Es reicht, wenn der beste aller Ehemänner stundenlang vor der Kiste sitzt und im Arbeitszimmer CDs, Computerteile,.... rumliegen....grrr ich hasse Unordnung.
Grenzgänger lacht sich jetzt sicher halb krumm über meine Blödheit...huhu...Grüße nach Deutschland!

So, jetzt geh ich aber ins Bett. Ich hab gar nicht gemerkt, dass es schon vier Uhr morgens ist. Muss noch ein wenig Schlaf bekommen, denn am Mittag muss ich wieder für die schwiegermütterliche Fragerei fit sein
===> Hamminessen am Shabbat mit der gesamten Verwandschaft.......oy weh is mir...*gg*
Gute Nacht oder guten Morgen, was auch immer, jedenfalls allen ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 11.01.2007
Eine kleine Geschichte über marokkanische Sekretärinnen:
Einleitend möchte ich erwähnen, dass ich eigentlich keinen persönlichen Groll gegen Menschen verschiedener Herkunft habe. Ich bin ja selber Ausländerin in meiner Wahlheimat. Trotzdem gibt es in Israel bestimmte Volksgruppen, die sich stereotypisieren lassen.
Man nehme z.B. die Israelis marokkanischer Herkunft. Ich rede jetzt nicht von der jüngeren Generation, die bereits in Israel geboren ist und sich dementsprechend aklimatisiert und kultiviert hat. Ich spreche von den Hardcore-Marokkanern. Jenen, die in den 60er Jahren in unzählig vielen Flugzeugen in Israel ankamen, und es bis heute noch nicht geschafft haben, zu begreifen, dass Israel einfach nicht Marokko ist.
Ich hab das grosse Los gezogen. Meine Schwiegermutter gehört dieser Hardcore-Generation an. Es lacht mich hier entweder jeder dafür aus, oder aber ich werde sehr bemitleidet.
Ihr Lebensinhalt besteht darin, mich seit drei Jahren zu nerven, sich Soap-Operas reinzuziehen, dabei zu heulen, jeden Tag den Fussboden im ganzen Haus zu putzen, über den Ehemann zu schimpfen, über die Schwiegertöchter, Kochmaratons zu veranstalten, bei denen sämtliche Tanten und Cousinen dieses Hardcore-Vereins teilnehmen, klebrige Kekse zu backen, die dann keiner isst, über das Leben zu philosophieren, wie schlimm es doch ist und wie lange es noch dauert, bis der Messias endlich kommt, und und und.....
Aber nun zu unserer Sekretärin.
Sie ist von dieser Hardcore-Sorte und noch in Marokko geboren. Sie ist mindestens drei Zentner schwer, hat blondgefärbte Haare, das Makeup mit der Spachtel aufgetragen, Plastikfingernägel und schaut jeden Tag aus wie ein lebendiger Christbaum, so vollgehängt mit Schmuck ist sie. Sie hat noch dazu den selben Vornamen, wie meine Schwiegermutter. Die Stimmlage übrigens auch.
Sie hat es in zwei Jahren nicht geschafft, meinen Namen richtig auszusprechen, verrechnet sich jeden Monat bei der Gehaltsabrechnung, kann keinen Computer bedienen, vergrault dauernd unsere Kunden und spricht kein Wort Englisch. Jedesmal, wenn jemand aus dem Ausland anruft, kreischt sie durch das ganze Gebäude meinen Namen. Ich hab ihr schon hundertmal versucht, den Satz: ?Just a moment please!? beizubringen, aber sie schafft es einfach nicht.
Sie liest Bücher, weil unsere Chefin ihr gesagt hat, sie sei ungebildet. Wenn man sie beim Buchlesen während der Arbeitszeit stört, wird sie fuchsteufelswild. ?Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin?? Sie liest nicht irgendwelche Fachliteratur oder etwa Handbücher über Computer, nee, ganz einfach irgendwelche Schundromane. Sie glaubt, das würde sie weiterbilden.
Ausserdem braucht sie ca. alle zwei bis drei Monate einen neuen Bürostuhl. Warum die immer kaputtgehen, ist uns allen ein Rätsel. Der Chef meinte mal, man sollte ihr einen Sessel aus Stahl geben, der würde ihrem Gewicht standhalten.
Tja, sie ist wirklich eine unmögliche Person, die die Wahrheit so zurechtbiegt, wie es ihr gerade beliebt, aber der einzige Grund, warum sie noch hier arbeitet, ist, dass sie mit ihrem großen Mundwerk und ihrer schrillen Stimme eine hervorragende Geldeintreiberin ist. Keiner unserer Kunden will mit ihr ein Problem haben, die zahlen lieber pünktlich, um sich nicht dieses Gekreische anhören zu müssen.
Was lehrt uns diese Geschichte?
Man kann sich weder die Schwiegerfamilie, noch die Arbeitskollegen aussuchen, aber man kann in einem Blogg über sie herziehen, weil sie ihn sowieso nicht lesen können.
P.S. Ja, ich weiss, klingt sehr zynisch, aber wenn man tagtäglich mit dieser Hardcore-Sippe zu tun hat, wird man das zwangsläufig.
Mittwoch, 10.01.2007
Israelische Briefträger
Unser Briefträger ist ein lieber Mann, aber lesen kann er leider nicht. Weder Hebräisch, noch Englisch. Die österreichische Schulschrift schon gar nicht, aber das wäre wirklich etwas zu viel verlangt. Mir würde schon reichen, wenn er ordentlich Hebräisch lesen könnte.
Letzten Monat wollte ich gerade zu Mittag kochen, da merke ich, dass kein Gas mehr aus der Leitung kommt. Komisch, denke ich mir und kontrolliere den Schlauch, ob er nicht irgendwo eingeknickt ist. Nee, alles in Ordnung. Ich gehe zum Hausmeister und frage ihn, ob das sein kann, dass meine Flasche leer ist. Er sagt nein, die hätte man grad vor kurzem ausgewechselt. Er lacht und sagt, ich hätte sicher die Rechnung nicht bezahlt.
Ich bezahle meine Rechnungen immer pünktlich, wenn ich denn welche erhalte. Ich rufe bei der Gasgesellschaft an und frage, warum ich kein Gas habe. Die Beamtin sagt mir, ich hätte die Rechnung und die Mahnung nicht gezahlt und dann würde man das Gas abdrehen. Super!!! Wie kann ich eine Rechnung einzahlen, die ich nie erhalten habe????
Ich regle die Bezahlung sofort per Kreditkarte am Telefon und gehe nochmal zum Hausmeister. Irgendwie verschwindet bei uns immer Post und man bekommt plötzlich Mahnungen. Oder ich finde in meinem Brieffach irgendwelche Post, die nicht mir gehört. Unsere Briefkästen sind alle gut beschriftet, sogar die Wohnungsnummern stehen drauf.
Nur eine Wohnung in unserem Haus steht leer. Und dieses Brieffach ist immer hoffnungslos überfüllt. Ratet mal, was wir alles gefunden haben, als wir dieses Brieffach geöffnet haben???
Meine Gasrechnungen waren dabei und sogar eine Ansichtskarte, die mir eine Freundin letzten Sommer (!!!!!) aus dem Urlaub geschickt hat. Die war allerdings in Schreibschrift. Dass unser Briefträger die nicht lesen kann, dafür bin ich ihm nicht böse. Für die Mahnung und dafür, dass ich kein Mittagessen kochen konnte allerdings schon.
Freitag, 05.01.2007
Über die zweckentfremdende Verwendung von Klopapier
Was mich in Israel in der Schnupfensaison schon immer verwundert hat, ist die zweckentfremdende Verwendung von Klopapier...ähm...Toilettenpapier.
Ich war anfangs sehr schockiert über die schlechten Manieren mancher Israelis.
Einfach mit einer Klorolle bewaffnet im Wohnzimmer zu sitzen und genüsslich mehrere Streifen herunterzureissen, diese auf dem Sofa zusammenzulegen und dann lautstark reinzuschneuzen. Das Greuel ist noch nicht zu Ende. Nein!
Danach wird das feuchte, verrotzte, mit Bakterien überfüllte Knäuel einfach in die Mitte der Klorolle gesteckt. Ca. alle 15 Minuten wird das Loch dann mit neuen, feuchten Knäueln gefüllt.
Meine Eltern haben mir beigebracht, mir die Nase nicht in aller Öffentlichkeit zu putzen. Das gehört sich nicht! Man geht aufs WC, entsorgt das Taschentuch und wäscht sich die Hände, um ja die bösen Bakterien fernzuhalten.
Hier hat jeder eine Klorolle griffbereit in der Schnupfensaison. In jedem Auto befindet sich eine verquetschte Klorolle im Handschuhfach. Bei meiner Arbeit steht auf jedem Schreibtisch eine griffbereit, damit sich die Kinderlein das Näschen putzen können. Ich bekomme immer einen halben Anfall, wenn ich den Lernraum voller Klorollen sehe. Sie verfolgen mich regelrecht!
Neulich fahre ich mit dem Bus zur Arbeit und neben mir sitzt eine Frau. Sie blickt gegen Himmel und dann entweicht ihrer Nase ein riesiges Haptschi!!!! Ich will ihr gerade ein Papiertaschentuch reichen, da zieht sie eine vernudelte alte Klorolle aus ihrer Handtasche! Was die wohl noch so alles in dieser Tasche hat?
Ich würde nie mit einer Klorolle in der Handtasche rumlaufen. Ich glaube, ich bin hier eine der einzigen, die mit den in Österreich handelsüblichen Papiertaschentüchern rumläuft. Dabei gibt es massenhaft davon im Supermarkt.
Warum also so unkultiviert mit Klopapier in der Tasche rumlaufen?
Das ist und bleibt mir ein Rätsel und daran werde ich mich bestimmt nie gewöhnen können.

Donnerstag, 04.01.2007
Ephraim Kishon's Beschreibung von Israel
Mein Lieblingsschriftsteller ist und bleibt Ephraim Kishon. Ich habe die ersten seiner Bücher schon im jungen Alter von 13 Jahren verschlungen und mich köstlich amüsiert, ohne überhaupt zu wissen, wo genau dieses "Israel" sich eigentlich auf der Landkarte befindet.
Seit ich hier lebe, sehe ich erst, wie treffend seine Beschreibungen doch sind. Vorher war es einfach nur lustig, seine Bücher zu lesen, aber jetzt erst verstehe ich die Ironie seiner Worte.
Hier ein Auszug, wie man Israel einfach nicht besser beschreiben könnte:
Israel ist ein so kleines Land, dass man auf den meisten Landkarten und Globen seinen Namen nicht einmal voll ausschreibt. Fast immer heißt es »Isr.« und schon aus diesem Grund fällt es uns so schrecklich schwer, die im Sechstagekrieg besetzten Gebiete aufzugeben. Sie würden endlich Platz für das bisher fehlende »-ael« schaffen.
Israel wird als einziges Land der Welt von Steuerzahlern finanziert, die außerhalb seiner Grenzen leben.
Es ist im wahrsten Sinn des Wortes ein grenzenloses Land.
Es ist ein Land, in dem die Mütter von ihren Kindern die Muttersprache lernen.
Die Einwohner dieses Landes schreiben hebräisch, lesen englisch und sprechen jiddisch.
Es ist ein Land, in dem die Väter saure Trauben gegessen haben, damit die Kinder gesunde Zähne bekommen.
Jeder Bewohner dieses Landes hat das gesetzlich verbriefte Recht, frei auszusprechen, was er denkt. Aber es gibt kein Gesetz, das irgendeinen anderen Bewohner verpflichten würde, ihm zuzuhören.
Israel ist, nicht zuletzt dank der freundlichen Mithilfe der arabischen Welt, das aufgeklärteste, fortschrittlichste und modernste Land der ganzen Gegend.
Wir haben in diesem Land sehr häufig Wahlen, aber nur selten eine Wahl.
Der Staat Israel ist ein organischer Bestandteil seiner Gewerkschaften.
Israel ist ein Land, das beträchtlich weniger produziert, als es zum Leben braucht, und in dem trotzdem noch niemand Hungers gestorben ist.
Es ist ein Land, in dem niemand Wunder erwartet und jeder es als selbstverständlich hinnimmt, dass sie geschehen.
Es ist ein Land, dessen Einwohner in ständiger Lebensgefahr schweben, was sie aber weniger aufregt als das Radio, das in der Nachbarwohnung zu laut angedreht ist.
Es ist ein Land, dessen Soldaten nicht grüßen und nicht Habacht stehen können. Aber sie können kämpfen.
Es ist ein Land, in dem jeder Mensch ein Soldat und jeder Soldat ein Mensch ist.
Es ist das einzige Land, in dem ich leben kann. Es ist mein Land.

(Die Küste im Norden Israels)
Autoradio
Seit ca. 2 Jahren haben wir kein vernünftiges Autoradio. Manchmal geht es, manchmal nicht. Wenn ich stark bremsen muss, rutscht es mir sogar manchmal entgegen.
Ich habe glaub ich schon mal erwähnt, dass der beste aller Ehemänner marokkanisch-syrische Eltern hat und hier in Israel geboren wurde. Ein echter Sabre (israelischer Ureinwohner...LOL, nach der Kaktusfrucht benannt - aussen stachelig und innen weich und süß).
Was das heisst? Nun, ganz klar.
Was du heute nicht besorgen kannst, eilt morgen auch noch nicht.
Die Juden europäischer Herkunft werden hier "Jeckim" genannt, weil sie ordentlich, pünktlich und gut erzogen sind.
Tja, der beste aller Ehemänner ist leider kein Jecke.
Drum rutscht auch das Autoradio beim Bremsen raus.
Vor einigen Monaten hat er meinem Betteln nachgegeben und mir für meine täglichen Autofahrten endlich ein neues Autoradio bestellt. Wo? Natürlich im Internet. Dies war übrigens unser erster Internetkauf. Da wir noch Frischlinge auf diesem Gebiet waren, haben wir ein paarmal mit der Maus geklickt und schon ein Autoradio gewonnen, das wir eigentlich gar nicht haben wollten. Na ja, wenigstens war es billig.
Dass billig nicht immer gut ist, erfuhren wir erst später.
Das Montieren des Radios erwies sich als reines Kunststück. Wir haben seinen Vater zu Rate gezogen - den besten Schwiegervater der Welt - auch kein Jecke!
Ich bin dann ca. eine Woche mit raushängenden Kabeln herumgedüst, war mir aber wurscht, denn ich konnte ja Musik hören!
Das Problem war nur, dass ich die israelischen Sender mit der englischen Musik nicht hören konnte, sondern nur sämtliche arabische Programme. Mist!
Warum das so war? Sie haben wahrscheinlich vergessen, die Antenne korrekt anzuschliessen oder das RDS funktioniert nicht. Oder ich hab einfach keinen guten Empfang, da ich auf dem Weg zur Arbeit an arabischen Dörfern vorbeifahren muss.
Ich hab gedacht, ich sage jetzt nichts, bevor sie wieder einen ganzen Nachmittag lang am Montieren sind und hab mir kurzerhand eine CD mit meinen Lieblingsliedern gebrannt.
Alles war schön und ich war glücklich. Das Glück hielt aber nur kurz.
Eines Tages fahr ich zur Arbeit und es riecht komisch im Auto - nach verbranntem Plastik. Ich denk mir nichts dabei, denn es ist ja ein heisser Tag. Ausserdem fahre ich grade durch das Industriegebiet. Da stinkt es immer so komisch.
Auf der Heimfahrt fängt es wieder an zu stinken. Diesmal heftig. Plötzlich sehe ich auch Rauch aufsteigen. Ich denke mir, was ist jetzt das?
Dann fallen mir die raushängenden Kabel auf. Ich bleibe stehen und rufe meinen Mann an, was ich tun soll. Aus dem Auto raucht es immer noch raus.
Er sagt, ich soll warten, bis es aufhört und dann den Radio abhängen. Radio abhängen? Wie macht man sowas?
Ich erkläre ihm, dass ich dazu nicht im Stande bin, schliesslich bin ich ja nur eine Frau und kein Radiomechaniker.
Wenig später kommt er und erledigt die Sache.
Seither haben wir gar keinen Radio mehr im Auto, aber der beste aller Ehemänner hat mir aus seinem Geschäft einen MP3-Player mitgebracht. Mit dem kann ich auch meine Lieblingsmusik hören.
So einfach löst man in Israel Probleme!
Mittwoch, 03.01.2007
Die Brotmaschine oder aus Fehlern lernt man nicht!
Israelisches Brot schmeckt grausig, wenn man es im Supermarkt kauft und ist voller E-Nummern. Man kann es wie eine Ziehharmonika zusammen- und auseinanderziehen und im Sommer schimmelt es nach einem Tag schon. Sogar das Vollkornbrot ist ungenießbar. Richtig gutes Brot habe ich hier nur sehr selten gegessen.
Nach meinem Urlaub in Österreich mit Verköstigung von frischgebackenem Brot aus dem Brotbackautomaten meiner Eltern, habe ich mich entschlossen, auch so ein Teil zu kaufen.
Ich hab also einige Elektrofachgeschäfte abgeklappert und Preise verglichen. Alles recht teuer, zumal so ein Automat in Österreich weniger als die Hälfte kostet.
Im Internet hab ich natürlich auch gesucht. Natürlich habe ich mir geschworen, dort nichts mehr zu bestellen. Tja, ich bin ein nicht besonders konsequenter Mensch. Ich habe eine Brotmaschine ersteigert - zum halben Preis.
Vor ein paar Tagen hat dann so eine Tussi angerufen und mich darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Automat ein Ausstellungsstück ist. Wenn ich 50 Schekel draufzahlen würde, bekäme ich einen originalverpackten Turboautomaten.
Ich hab sie gefragt, wie zum Henker das möglich sein kann, dass an die 50 Mitbieter alle Ausstellungsstücke kaufen können? (Ich habe die Liste der Kunden gesehen, die so einen Automaten bestellt haben)
Kurze Denkpause....dann erzählt sie mir doch glatt, sie würden alle Ausstellungsstücke sammeln und dann verkaufen. Ha ha, guter Witz. Das zieht vielleicht bei marokkanischen Hausfrauen, aber sicher nicht bei mir. Das ist wieder so ein Verkaufstrick. Man hört 50 Schekel, lächerlicher Betrag, und TURBO...na das klingt doch gleich viel besser. Ist wieder typisch. In Israel kann man nicht einfach was per Mausklick bestellen, nein, man wird vorher 500 Mal angerufen und beschwafelt.
Ich hab ihr dann gesagt, dass ich keinen Turbo will, sondern das, was ich bestellt habe. Auf einmal sagt sie mir, das habe sie nicht lagernd und ich solle doch den Turbo nehmen. Ich hab ihr gesagt, sie soll die ganze Bestellung stornieren, ich würde heute noch in ein Eletrogeschäft gehen und mir dort einen Automaten kaufen.
Das hab ich am Abend dann auch getan. Mit etwas Feilschen hab ich dann einen Markenautomaten um 50 Schekel mehr bekommen, als ich im Internet gezahlt hätte - und natürlich hab ich jetzt einen TURBO!
Zuhause hab ich dann gleich festgestellt, dass die Bedienungsanleitung nur auf Hebräisch ist.....grrr.....Englisch oder Deutsch wäre mir lieber gewesen, aber na ja, was solls.
Die ersten zwei Versuchsbrote sind misslungen. Das lag aber nicht an meinen Hebräischkenntnissen, sondern an der Hefe. Die war nicht mehr gut und so ist nach drei Stunden nur eine flache Scheibe rausgekommen, kein duftendes Brot.
Heute, ein paar Einkäufe später, hab ich es nochmal probiert.
Diesmal ist ein wohlriechendes, wohlschmeckendes Brot rausgekommen!

Nie mehr Ziehharmonikabrot aus dem Supermarkt kaufen! Ist das nicht herrlich!
Montag, 01.01.2007
Internetkäufe
Ende August war es endlich soweit. Ich konnte meinen Mann endlich überreden, neue Sofas für unser Wohnzimmer zu kaufen. Unsere alten waren zwar schön, aber so unbequem, dass man weder sitzen, noch liegen konnte. Wir haben sie damals für unsere erste Wohnung geschenkt bekommen (wahrscheinlich eben, weil sie so unbequem waren, aber man darf ja nicht undankbar sein).
Wir sind von einem Möbelgeschäft ins andere gepilgert. Die guten Ledersofas waren sch...teuer und die billigen waren so unbequem und in schlechter Qualität. Nach einem halben Tag Sofabesichtigung in sämtlichen Möbelhäusern im Norden Israels sind wir zum Entschluss gekommen, die Sofas aus dem Internet zu bestellen, die wir neulich beim Surfen entdeckt haben. Wir waren erst etwas skeptisch, denn man sollte doch vorher probesitzen, aber unser Freund kauft alles im Internet, sogar sein Sofa und das ist ein Traum. Wir haben ihn kurz zu Rate gezogen, ob das Aktionshaus XY denn vertrauenswürdig wäre und da er dies bejaht hat, haben wir mitgeboten - und gewonnen!
Wir haben zwei schöne Kunstledersofas von einer italienischen Designerfirma zu einem Spottpreis von 1.500 Schekel (280 euro) ersteigert. Sie wurden sogar noch vor der vereinbarten Zeit geliefert, also eine knappe Woche später schon. Da ich am Arbeiten war, hat ihnen mein Mann die Wohnung aufgesperrt, damit sie die Sofas liefern können. Eins hat er ihnen wieder mitgegeben, weil an der Seite ein Loch war. Sie haben versprochen, es zu reparieren und es eine Woche später zu bringen.
Tage vergehen, Wochen, Rosh Hashanah, Jom Kippur, Sukkot....
Zwischen Rosh Hashanah und Jom Kippur ruf ich die Firma mal an und frag was los ist. Die Antwort: "Wo liegt das Problem, ein Sofa habt ihr ja schon!"
Einige Tage nach Sukkot und einige Drohanrufe später kommt das zweite Sofa dann. Die Möbelpacker packen es aus und montieren in Windeseile die Beine dran. Ich denk mir nur, die habens aber wahnsinnig eilig. Ich fange an zu kontrollieren, ob ich irgendwelche Löcher finde. Die Beiden sind schon auf halbem Weg nach unten. Da!!!!!!!!!! Ich habs geahnt!!!!! Schon wieder ein Loch, diesmal an einer anderen Stelle! Das glaub ich nicht, das darf nicht wahr sein. Ich renne ihnen hinterher. Sie kommen zurück und prüfen das Loch. Der eine meint, ich hätte schöne Bilder an den Wänden im Wohnzimmer, der andere telefoniert mit dem Chef. Der Chef sagt mir, ich soll mich nicht so aufregen, es täte ihnen furchtbar leid. Sie wären eine seriöse Firma mit vielen zufriedenen Kunden (die wahrscheinlich alle blind sind oder stumm). Er hat mir versichert, in den nächsten Tagen würde ein Polsterer kommen und den Schaden persönlich vor Ort beheben. Ich habe ihm geglaubt. Zumindest eine Woche lang. Gekommen ist bis heute noch kein Polsterer.
Ich habe mir überlegt, ob ich die Firma verklagen soll, persönlich hinfahren und den Chef würgen, ihm ein Loch in seinen Bürosessel schneiden oder das Loch im Sofa einfach Loch sein lassen. Mein Mann meinte, ich sollte mich nicht ärgern, es gäbe schlimmere Dinge.
Die Sofas sind aber echt schön, furchtbar gemütlich und passen hervorragend ins Wohnzimmer. Nur wenn man weiß, wo das Loch ist, sieht man es auch. Außerdem waren sie ja billig. Na ja, trotzdem, diesen italienischen Designermöbelverkäufer soll der Blitz beim Sch..... treffen!

Sonntag, 31.12.2006
A Happy New Year!!!

Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2007!
Möge dieses Jahr etwas ruhiger werden und uns Gesundheit und Glück bringen.

P.S. Und ja! Auch in Israel knallen um 24.00 Uhr die Korken. Auch die jüdischen Bewohner Israels nehmen diesen Anlass, um eine Party steigen zu lassen. Nur leider müssen wir morgen alle arbeiten.....ufff!!!
